Die Suche nach einem passenden Finanzberater für Unternehmer und Akademiker ist für viele Menschen eine echte Herausforderung. Wo finde ich den richtigen Ansprechpartner – und woran erkenne ich, ob er wirklich zu mir passt? Und fast noch wichtiger: Wie beurteile ich, ob er seinen Job überhaupt kompetent ausübt und nicht nur Verträge verteilt?
Das Problem: Weder in der Schule noch im Studium oder in der Ausbildung lernt man, wie Finanzplanung funktioniert. Stattdessen greift man häufig auf die sogenannte “Bro-Science” zurück: Man tauscht sich mit Freunden aus, die selbst wenig Erfahrung haben, oder klickt sich im Alleingang durch YouTube-Videos. Heraus kommt selten ein tragfähiges Konzept – meist bleibt es bei Halbwissen und zufälligen Entscheidungen.
Typische Probleme, die daraus entstehen
❌ Unnütze Versicherungen: Policen, die mehr kosten als sie im Ernstfall leisten.
💸 Verpasste Förderungen: Staatliche Zuschüsse und steuerliche Vorteile, die ungenutzt bleiben.
📉 Falsch angelegtes Kapital: Geld, das in unpassende Produkte fließt und Chancen verschenkt.
🔒 Ungeeignete Finanzinstrumente: Verträge, die nicht zu Ihrer Lebenssituation oder Ihren Zielen passen.
📂Kein Überblick über bestehende Verträge: Ein Sammelsurium von Versicherungen, über Jahre angehäuft – ohne klare Kenntnis, was tatsächlich abgesichert ist und ob es überhaupt noch passt.
Kurz gesagt: Viele Menschen zahlen seit Jahren für Finanz- und Versicherungsverträge, deren Nutzen sie nicht einschätzen können. Und sie hoffen im Stillen, dass diese im Leistungsfall das liefern, was sie aktuell brauchen.
Vom Problem zur Orientierung: Was wirklich zählt
Die logische Frage lautet nun: Wie finde ich heraus, ob ein Finanzberater tatsächlich kompetent ist – und ob er zu meinen Vorstellungen passt?
Sympathie allein reicht nicht. Ein guter Berater muss fachlich belastbar, transparent und langfristig zuverlässig sein.
Um hier Klarheit zu schaffen, lohnt sich ein Blick auf die wichtigsten Kriterien – und eine Entscheidungsmatrix, die verschiedenen Beratungsarten nüchtern gegenüber stellt. So können Sie Schritt für Schritt prüfen, ob ein Berater für Sie in Frage kommt – oder eben nicht.
Entscheidungsmatrix – Beratungsarten im Vergleich
Es gibt nicht „den einen“ Finanzberater. Je nach Beratungsart unterscheiden sich Unabhängigkeit, Marktbreite, Kostenmodell und Servicequalität erheblich. Die folgende Matrix gibt Ihnen einen ersten Überblick:
Unabhängiger Makler
Der unabhängige Finanz- und Versicherungsmakler ist rechtlich auf der Seite des Kunden: Er ist vertraglich an den Kunden und dessen Weisungen gebunden (§ 59 VVG). Er arbeitet mit vielen Gesellschaften und hat häufig Zugang zu Sondervereinbarungen (verbesserte Vertragsbedingungen), die Vertreter nicht anbieten dürfen.
Vorteile:
- Vertragliche Bindung ausschließlich an den Kunden
- Sehr große Marktbreite; Zugang zu Sonderklauseln/verbesserten Bedingungen
- Keine internen Geschäftspläne oder Produktvorgaben – Auswahl nach Kundeninteresse
- Individuelle Lösungen statt Standardprodukte
- Langfristige Betreuung mit regelmäßigen Updates möglich
Nachteile: - Meist provisionsbasiert (Transparenz wichtig)
- Qualität hängt von der individuellen Person ab
- Nicht jeder Makler ist für komplexe Unternehmer-/Akademikerfälle spezialisiert
Bank- oder Sparkassenberater
Der Bankberater ist vertraglich an sein Institut gebunden und kann i. d. R. nur Produkte des Hauses oder verbundener Partner vermitteln.
Vorteile:
- Fester Ansprechpartner bei der eigenen Bank
- Bequem: Finanzgeschäfte und Beratung unter einem Dach
- Für einfache Standardprodukte oft ausreichend
Nachteile: - Bindung an die Bank, nicht an den Kunden
- Eingeschränkte Produktauswahl
- Beratung oft absatzgetrieben (interne Vorgaben)
- Wenig Spezialisierung für komplexe Fälle
Ausschließlichkeitsvertreter
Ein Einfirmenvertreter ist vertraglich an eine Gesellschaft gebunden und vertritt deren Interessen; Vermittlung nur aus deren Portfolio.
Vorteile:
- Tiefe Produktkenntnis der eigenen Gesellschaft
- Schnelle interne Wege
- Sinnvoll, wenn man bewusst genau diese Gesellschaft möchte
Nachteile: - Bindung an die Gesellschaft, nicht an den Kunden
- Keine Anbieter-Vergleiche
- Lückenrisiko durch begrenztes Portfolio
Strukturvertriebler / Mehrfachagent
Strukturvertriebe sind große Vertriebsorganisationen; der Berater ist vertraglich an seine Organisation gebunden, nicht unmittelbar an den Kunden. Es gibt Modelle mit wenigen Partnern bis hin zu >300 Gesellschaften; teils Einsatz standardisierter Analysen (z. B. DIN 77230).
Vorteile:
- Größere Auswahl als beim Einfirmenvertreter
- Standardisierte Prozesse, klare Strukturen
- Häufig hohe Beratungsdichte und interne Schulungsstandards
- Teilweise moderne Analyseverfahren (z. B. DIN 77230)
Nachteile: - Bindung an die Vertriebsorganisation, nicht an den Kunden
- Die Produktauswahl kann durch interne Geschäftspläne und Partnerpräferenzen beeinflusst sein (z. B. Produktwettbewerbe mit finanziellen Anreizen oder Vorgabe von Schwerpunktprodukten)
- Karrierestufen können Beratung in eine Absatzrichtung lenken
- Kontinuität abhängig von der Person; teils höhere Fluktuation
Honorarberater
Arbeitet wie der Makler vertraglich auf Kundenseite, jedoch ausschließlich gegen Honorar; keine Provisionen. Vergütung per Stunden-/Pauschalhonorar.
Vorteile:
- Bindung an den Kunden, nicht an eine Gesellschaft
- Maximale Kostentransparenz
- Sehr hohe Unabhängigkeit in der Produktauswahl
- Geeignet für komplexe Strategien/Spezialthemen
Nachteile: - Kann mehrere Tausend Euro kosten (reine Honorarbasis)
- Reine Honorarberater dürfen Verträge oft nicht selbst vermitteln – Abwicklung liegt beim Kunden
- In einzelnen Sparten (z. B. PKV) keine Nettotarife: Honorar + interne Tarifkosten → mögliche Doppelbelastung
- Für einfache Standardfälle oft „überdimensioniert“
Wichtiger Unterschied:
- Honorarberater: nur Honorar, keine Provision, häufig keine Vertragsvermittlung.
- Makler mit Nettotarifen: Makler bleibt Vermittler, bietet Nettopolicen (ohne eingepreiste Abschlussprovision) an; Vergütung als externe Courtage/Honorar transparent vereinbart. Vorteil: aktive Vermittlung + Wahl zwischen Brutto-/Nettotarif.
Robo-Advisor / Online-Plattform
Algorithmenbasierte, standardisierte Lösungen ohne persönliche Bindung.
Vorteile:
- Sehr günstig und schnell
- Hohe Automatisierung, einfache Bedienung
- Gut für Einsteiger/Sparpläne
Nachteile: - Keine individuelle Betreuung oder Verantwortlichkeit
- Eingeschränkte Auswahl/Standardprozesse
- Für komplexe Situationen ungeeignet
Die Kriterien im Detail
Um herauszufinden, welcher Berater wirklich passt, sollten Sie auf folgende Punkte achten:
🌐 Marktbreite & Unabhängigkeit
Je größer der Marktüberblick, desto geringer ist Ihr Blindspot. Ein Berater, der nur eine Handvoll Anbieter im Portfolio hat, kann Ihre Situation nicht neutral abbilden.
👉 Frage im Erstgespräch: Mit wie vielen Gesellschaften arbeiten Sie? Wie dokumentieren Sie die Auswahl?
💶 Vergütung & Interessenkonflikte
Ob Honorar, Courtage oder Mischmodell – entscheidend ist, dass klar offengelegt wird, wie Ihr Berater verdient. „Kostenlos“ gibt es nicht – die Frage ist nur, wo die Interessen liegen.
👉 Warnsignal: Ein Berater spricht nicht über Kosten oder Vergütung.
🔑 Zugang zu Sonderbedingungen und Klauseln
Standardpolicen sind selten optimal. Viele Risiken sind nur über Sondervereinbarungen abgesichert, die es oft nur über spezielle Maklernetzwerke gibt – nicht über jede Agentur.
👉 Beispiel: Verzicht auf Leistungskürzung bei grober Fahrlässigkeit, verbesserte Bedingungen bei Obliegenheiten.
📝 Transparenz & Dokumentation
Ein guter Berater liefert eine Vergleichsübersicht, Beratungsdokumentation und klare Begründung, warum er welche Lösung empfiehlt. Ohne diese Nachvollziehbarkeit bleibt alles Vertrauenssache.
🤝 Langfristige Betreuung
Finanz- und Versicherungsverträge sind keine Einmalentscheidungen. Märkte ändern sich, Lebenssituationen ändern sich. Ein seriöser Berater vereinbart regelmäßige Updates und ist erreichbar – nicht nur zum Abschluss.
Spezialisierung und Komplexität
Ein Selbstständiger hat andere Stellschrauben als ein Angestellter, ein Akademiker im Versorgungswerk wieder andere als ein GmbH-Geschäftsführer. Wer nur Standardlösungen kennt, wird diesen Unterschieden nicht gerecht.
📲 Prozessqualität & Digitalität
Digitale Datenräume, elektronische Unterschriften, strukturierte Prozesse – das sind keine Spielereien, sondern Garant für Effizienz und Sicherheit. Wer noch mit Fax arbeitet, wird langfristig kaum die notwendige Qualität liefern können.
Die beste Vorgehensweise – sogar DIN-genormt
Viele Punkte bei der Auswahl eines Finanzberaters sind diskutierbar. Doch eines ist unbestreitbar: Die systematische Analyse von Finanzen und Risiken ist längst genormt.
- Für Privatkunden gibt es die DIN 77230 „Basis-Finanzanalyse für Privathaushalte“.
- Für Unternehmer und Selbstständige gilt die DIN 77235 „Risikoanalyse für Gewerbetreibende“ – die erste offizielle Norm, die speziell für Geschäftskunden entwickelt wurde.
Beide Normen haben dasselbe Ziel: Beratung nach klaren, nachvollziehbaren Schritten, unabhängig von Verkaufsinteressen. Damit werden persönliche und geschäftliche Finanzen ganzheitlich, transparent und vergleichbar aufgestellt.
Die Schritte im Überblick
- Persönliches Kennenlernen
Zuerst geht es darum, ob eine Zusammenarbeit auf menschlicher und fachlicher Ebene passt – und ob Berater und Mandant die gleichen Erwartungen haben. - Datenaufnahme & Ziele
– Privat: Verträge, Einnahmen, Ausgaben, persönliche Wünsche.
– Gewerbe: Unternehmenskennzahlen, Risiken, Mitarbeiterstruktur.
Fehlerquelle: Schon ein kleines falsch eingestelltes „Rädchen“ (z. B. Doppelversicherung, fehlende Klausel, unpassende Kapitalanlage) kann das ganze Konzept torpedieren. - Analyse des Ist-Zustands
– Privat: Finanzgutachten nach DIN 77230.
– Gewerbe: Risiko- und Finanzanalyse nach DIN 77235.
Ergebnis: Ein objektives Bild mit klarer Priorisierung der Handlungsfelder. - Handlungsempfehlungen
Auf Basis der Analyse: Vorstellung von möglichen Optimierungen, Anpassungen, Wechsel oder neue Bausteine. - Zeitliche Abfolge der Umsetzung
Welche Maßnahmen sind sofort nötig, welche mittelfristig sinnvoll, und welche können bewusst verschoben werden? - Themenbezogene Vertiefungen
– Privat: Altersvorsorge, Kapitalanlage, Krankenversicherung, Einkommensabsicherung.
– Gewerbe: Betriebshaftpflicht, Geschäftsführerversorgung, Mitarbeiter-Benefits, Cyber-Schutz. Bei Spezialthemen erfolgt die Einbindung von Experten. - Regelmäßige Aktualisierung
– Privat: Mindestens jährliches Update des Finanzgutachtens oder bei Lebensänderungen.
– Gewerbe: Laufendes Monitoring von Risiken, jährliche Reviews mit Anpassungen.
Warum dieser Weg der beste ist
- Objektiv: Beide DIN-Normen sind neutrale Standards, nicht die Meinung einzelner Berater.
- Ganzheitlich: Statt Einzelprodukte „aufstapeln“ wird Ihr gesamtes System betrachtet.
- Nachhaltig: Regelmäßige Updates halten Ihre Absicherung und Planung aktuell.
- Fehlervermeidung: Doppelversicherungen, riskante Anlagen oder ungenutzte Förderungen werden früh erkannt und systematisch ausgeschlossen.
👉 Kurz gesagt: Wer nach DIN 77230 und DIN 77235 arbeitet, schafft die Grundlage für fundierte, sinnvolle und langfristig tragfähige Finanzentscheidungen – privat wie unternehmerisch.
Selbsttest – passt diese Arbeitsweise zu Ihnen?
Machen Sie den Test: Lesen Sie die folgenden Aussagen und zählen Sie, wie oft Sie „Ja“ sagen.
- Mir ist wichtig, dass Entscheidungen faktenbasiert getroffen werden – nicht aus Bauchgefühl.
- Ich möchte, dass mein Berater Marktbreite berücksichtigt und nicht nur einzelne Produkte anbietet.
- Ich erwarte, dass mein Berater offenlegt, wie er vergütet wird.
- Ich halte eine systematische Analyse (DIN 77230/77235) für sinnvoller als Einzelentscheidungen nach Lust und Laune.
- Ich wünsche mir eine klare Dokumentation, warum welche Empfehlung ausgesprochen wird.
- Ich möchte, dass meine Verträge regelmäßig überprüft und angepasst werden.
- Ich bin bereit, meine relevanten Unterlagen bereitzustellen, um eine fundierte Analyse zu ermöglichen.
- Ich lege Wert auf laufende Betreuung – nicht nur eine Beratung zum Abschluss.
- Digitale Prozesse (sichere Datenräume, elektronische Unterschriften) sind für mich selbstverständlich.
- Ich weiß, dass Standardlösungen nicht immer reichen – und möchte prüfen, ob es für mich bessere Sondervereinbarungen gibt.
Auswertung
- 8–10 Ja: Diese Arbeitsweise passt hervorragend zu Ihnen. Sie erwarten Qualität, Transparenz und einen strukturierten Prozess.
- 5–7 Ja: Ein Gespräch ist sinnvoll. Wir können prüfen, ob wir die offenen Punkte klären und ein gemeinsames Vorgehen entwickeln.
- ≤4 Ja: Wahrscheinlich suchen Sie einfache Standardlösungen. Das ist legitim, aber dann passt diese Art der Zusammenarbeit eher nicht zu Ihnen.
Praxisbeispiele aus der Beratung
📌 Beispiel 1: GmbH-Geschäftsführer – Haftungsfalle & StaRUG
Ein Geschäftsführer einer mittelständischen GmbH ging davon aus, dass er persönlich durch die Rechtsform weitgehend geschützt sei. Erst im Gespräch wurde klar: Mit den neuen Regeln des StaRUG (Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz, § 1 Abs. 1 StaRUG) kann er im Ernstfall mit in die Haftung genommen werden, wenn die GmbH nicht ausreichend abgesichert ist oder Risiken nicht aktiv gesteuert werden.
In der Analyse zeigte sich: Wichtige Vermögensschäden waren nicht gedeckt, Obliegenheiten in bestehenden Verträgen waren lückenhaft geregelt. Mit Hilfe von Sonderklauseln und einer strukturierten Risikoanalyse nach DIN 77235 konnte der Versicherungsschutz so aufgestellt werden, dass sowohl die GmbH als auch der Geschäftsführer vor Haftungsdurchgriffen geschützt sind.
Zusätzlich wurde eine weitere Optimierung umgesetzt: Durch ein spezielles Tantiemenmodell gelang es, einen Teil der Unternehmensgewinne steuerfrei in das persönliche Vorsorgevermögen des Geschäftsführers umzuwandeln. So entstand nicht nur Sicherheit, sondern gleichzeitig auch ein spürbarer Vermögensvorteil.
📌 Beispiel 2: Akademiker im Versorgungswerk – BU & Vorsorge
Ein angestellter Arzt vertraute voll auf sein Versorgungswerk und war überzeugt, im Falle einer Berufsunfähigkeit abgesichert zu sein. Die nüchterne Analyse brachte die Überraschung:
Das Versorgungswerk leistet erst bei 100 % Berufsunfähigkeit. Das bedeutet: Selbst wenn der Arzt nur noch 60 % oder 70 % seines Berufs ausüben könnte, würde er keine Leistung erhalten. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung greift hingegen schon ab 50 %.
Im selben Gespräch wurde deutlich: Durch eine geschickte Re-Investition von Steuersparmöglichkeiten konnte der Arzt seine Altersvorsorge optimieren. Anstatt einen hohen Eigenaufwand aus dem Nettogehalt zu tragen, nutzte er steuerlich geförderte Konzepte. Ergebnis: Sein Altersvorsorgeziel wurde mit einem deutlich geringeren monatlichen Eigenaufwand erreicht – ohne Verzicht auf Lebensstandard.
👉 Beide Beispiele zeigen: Oft sind es nicht fehlende Produkte, sondern blinde Flecken und falsche Annahmen, die existenzielle Risiken bergen. Erst durch eine strukturierte, unabhängige Analyse werden diese sichtbar und lösbar.
Fazit – Ihr Weg zum passenden Finanzberater
Die Wahl des richtigen Finanzberaters ist keine Bauchentscheidung. Sie sollte auf klaren Kriterien, objektiven Standards und einem strukturierten Prozess beruhen. Die Entscheidungsmatrix zeigt: Unterschiedliche Beratungsarten haben ihre Stärken und Schwächen – wichtig ist, dass Sie bewusst prüfen, was zu Ihnen passt.
Die Praxisbeispiele verdeutlichen: Oft sind es unerkannte Risiken und ungenutzte Chancen, die den entscheidenden Unterschied machen. Ob es um die Haftung eines GmbH-Geschäftsführers nach StaRUG geht oder um die vermeintliche Sicherheit eines Versorgungswerks – erst durch eine systematische Analyse wird sichtbar, was wirklich zählt.
Am Ende geht es darum, dass Sie eine Zusammenarbeit finden, die fachlich kompetent, transparent und langfristig tragfähig ist. Wenn Sie erwarten, dass Beratung mehr ist als Produktverkauf, dann lohnt sich der nächste Schritt:
👉 Lassen Sie Ihre bestehenden Verträge und Konzepte kostenlos auf die wichtigsten Kriterien und Sonderklauseln prüfen.
Häufige Fragen zur Auswahl des Finanzberaters
Welche Qualifikationen sollte ein Finanzberater haben?
Absolutes Minimum: Versicherungsfachman, besser Versicherungskaufmann oder Fachwirt (Studium). Zertifikate wie CFP® oder DIN-geprüfte Abschlüsse geben Sicherheit.
Woran erkenne ich, ob ein Finanzberater wirklich unabhängig ist?
Fragen Sie konkret, mit wie vielen Gesellschaften er arbeitet und ob er Ihnen eine Vergleichsübersicht vorlegt. Ein unabhängiger Makler kann mehrere Anbieter gegenüberstellen – ein Vertreter oder Bankberater meist nicht.
Warum ist die Finanzplanung für Selbstständige besonders anspruchsvoll?
Weil Einkommen schwanken, sind Rücklagen und flexible Anlagekonzepte besonders wichtig.
Spielt die Ruhestandsplanung für Akademiker wirklich eine so große Rolle?
Ja, denn steueroptimierte Modelle und Zusatzabsicherungen sind bei hohen Einkommen essentiell.
Sollte ich mehrere Finanzberater vergleichen?
Unbedingt – so lassen sich Beratungsansätze, Kosten und Strategien objektiv bewerten.
Was ist der Unterschied zwischen einem Makler, einem Bankberater und einem Honorarberater?
Makler arbeiten mit vielen Gesellschaften und können auch Sondervereinbarungen nutzen. Bankberater sind an die Produkte ihrer Bank gebunden. Honorarberater arbeiten ausschließlich gegen Gebühr und sind produktunabhängig.
Welche Rolle spielt die DIN 77230/77235 in der Beratung?
Die DIN 77230 ist die erste Norm für Privatkunden, die DIN 77235 für Unternehmer. Beide sorgen dafür, dass Beratung nach einem standardisierten, objektiven Prozess erfolgt – unabhängig von Verkaufsinteressen.
Warum reichen Standard-Policen oft nicht aus?
Weil sie viele Risiken nur oberflächlich abdecken. Erst durch Sonderklauseln und verbesserte Vertragsbedingungen lassen sich echte Absicherungslücken schließen – z. B. beim Thema grobe Fahrlässigkeit oder Obliegenheiten.
Wie oft sollte ich meine Finanz- und Versicherungsverträge prüfen lassen?
Mindestens einmal jährlich – oder sofort, wenn sich Ihre Lebenssituation ändert (Familie, Einkommen, Unternehmensrisiken, Steuerlage). Nur so bleibt Ihr Konzept aktuell.
Was kostet ein guter Finanzberater?
Die Vergütung hängt vom Modell ab: Provision (über Produktkosten), Honorar (direkte Zahlung), Hybridmodelle. Wichtig ist nicht die Höhe, sondern die Transparenz – Sie sollten genau wissen, wie Ihr Berater verdient.
Was passiert im Erstgespräch?
Es geht nicht um Produkte, sondern um ein Kennenlernen: Passt die Arbeitsweise? Gibt es Vertrauen? Erst danach folgen Analyse, Gutachten und konkrete Handlungsempfehlungen.
Was sind Strukturvertriebe oder Mehrfachagenten?
Strukturvertriebe und Mehrfachagenten sind Vertriebsorganisationen, die auf das Produktportfolio mehrerer Partnergesellschaften zugreifen können. Damit unterscheiden sie sich von Einfirmenvertretern, die ausschließlich die Angebote einer Gesellschaft vermitteln.
- Marktbreite: Die Auswahl ist größer als bei einem Ausschließlichkeitsvertreter, jedoch in der Regel nicht so umfassend wie bei einem unabhängigen Makler.
- Vergütung: Üblicherweise erfolgt die Beratung auf Provisionsbasis. Wichtig ist, dass die Vergütung transparent offengelegt wird.
- Organisation: Strukturvertriebe arbeiten mit standardisierten Prozessen und einheitlichen Vorgehensweisen, da sie Teil größerer Organisationen sind.
👉 Für Kunden bedeutet das: Strukturvertriebe können eine Zwischenlösung darstellen. Ob sie passen, hängt davon ab, wie gut die angebotenen Produkte zu den eigenen Zielen und Anforderungen passen.







